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Interview

Gewinner erkennst du am Anfang – über die Wert des Onboardings mit Christina Haitzinger 

Das Jahr 2023 hielt viele Themen für uns bereit. Dank demographischen Wandel und Fachkräftemangel steht die Mitarbeitergewinnung weiterhin ganz oben. Wie du in deinem Unternehmen Mitarbeiter für dich gewinnst, haben wir mit Christina Haitzinger besprochen.

Laut eines Gallup-Berichts aus dem Jahr 2021,sind nur 12 Prozent der Mitarbeitenden mit der Einarbeitung zum Berufsstart zufrieden. Dabei bildet die Einarbeitung  das Fundament, für die Zufriedenheit und Leistung im zukünftigen Job. 

Auf immer größer werdende Herausforderungen stoßen Unternehmen durch Modelle wie hybrides Arbeiten oder Home-Office . Die Datenlage zeigt aber, dass sich ein formelles Onboarding lohnt. So wird beispielsweise eine 50 Prozent höhere Mitarbeiterbindung bei neuen Teammitgliedern und eine 62 Prozent höhere Produktivität erreicht.

Warum ist das Thema Onboarding wichtig?

Aus diesen Gründen fasste sich Christina Haitzinger im Jahr 2022 ein Herz und startete ihr Unternehmen auf eigene Faust: Magic Onboarding. Ihr Ziel dabei ist, den Prozess so zu optimieren, dass es zwischen Mitarbeitenden und Führungskräften richtig „funkt“. Während ihrer Zeit zuvor hat sie Onboardings in verschiedenen Unternehmen erlebt und merkte dabei, dass viel Geld in Konzepte, Marketing und Recruiting gesteckt werden, das Onboarding noch eher vernachlässigt wird. „Das ist jedoch absolut umsonst“, lässt uns Christina wissen, „wenn dann der erste Arbeitstag oder das Onboarding schlecht oder nicht vorhanden ist“. Was auch Sinn ergibt. Stellen wir uns Beispielsweise vor, wir wollen zusammen für einen Kinofilm werben und machen super schöne Poster und Veranstaltungen. Den besten Trailer überhaupt, jedoch sind die ersten 10 Minuten des Films grausam. Die Enttäuschung wäre groß und ähnlich verhält es sich hier

Beim Onboarding kommen den meisten Fragen auf: Wann starte ich am besten? Wie lange sollte die Einarbeitung dauern? Welche Themen sind meine neuen Kolleg:innen wichtig? Christina erzählt uns, „dass ein gutes Onboarding bereits mit der Vertragsunterschrift beginnt“, es kommt häufig vor, dass ein Vertrag Wochen vor dem ersten Arbeitstag unterzeichnet wird. Diese Phase ist essentiell, da sich der Mitarbeiter in einer psychologischen Unsicherheit befindet. In dieser Zeit gehen frischen Mitarbeitenden folgende Fragen durch den Kopf: Habe ich mich richtig entschieden? Wie wird der neue Arbeitsplatz? Sind die Kolleg:innen nett? Hier ist es laut Christina wichtig, den Menschen emotionale Klarheit und Sicherheit zu geben. Hier können Unternehmen anknüpfen und bereits erste Hilfe leisten: Das bedeutet in der Regel, transparent über die Prozesse zu sein und möglichst viele Einblicke zum Unternehmen und Team zu geben. 

Die wichtigsten Punkte für ein erfolgreiches Onboarding

Christina hat uns ein paar Tipps für ein erfolgreiches Onboarding mitgebracht: Das Wichtigste ist, vor dem ersten Arbeitstag einen Anruf oder kurzes Meeting zu halten, um den Ablauf der ersten Tage zu besprechen und erste Informationen zum Team bereitzustellen. Hierfür ist auch eine E-Mail hilfreich, welche den ersten Tag beschreibt und alle wichtigen Informationen für das neue Teammitglied beinhaltet. Oft kennst du ja den Tipp, Meetings auf eine „High-Note“ zu beenden, dies empfiehlt sich auch für den Start und den ersten Tag. Ein „Welcome-Breakfast“ oder „Lunch“ mit dem Team kann oft schon viel bewirken. Natürlich warten die meisten Teams und Unternehmen händeringend auf neue Mitarbeitende, jedoch kann es sich im Nachhinein lohnen, wenn wir uns etwas Zeit für die neuen Kolleg:innen am Anfang nehmen, um ein später einen guten Ablauf zu ermöglichen.

Ablauf und Zuständigkeit

Für alle Unternehmen da draußen, die ihr Onboarding auf die nächste Stufe bringen möchten, empfiehlt Christina die „30-60-90-Struktur„. 

  1. Sowohl Teamlead und das People and Culture Team sorgen in den ersten 30 Tagen dafür, dass Mitarbeiter:innen im Unternehmen gut ankommenund Strukturen und Systeme kennenlernen. 
  2. Vom 30. bis zum 60. Tag kann damit begonnen werden, die ersten Projekte zu starten und mit der inhaltlichen Arbeit zu starten. Hier kann beispielsweise viel mit Supervision oder coachiver Führung gearbeitet werden. 
  3. Ab dem 90. Tag können neue Kolleg:innenmit der eigenverantwortlichen Arbeit beginnen. Neben all den Systemen ist es aber am wichtigsten, auf die innere Haltung zu achten und „den neuen Mitarbeitenden mit Herz, Interesse und Freude zu empfangen“, so Christina.

Für die Gründer:innen

Magic Onboarding“ wurde von Christina neben ihren Aufgaben als dreiköpfige Mutter ins Leben gerufen. Besonders wichtig war ihr die Kommunikation und der Fokus auf wesentliche Punkte wie Außenauftritt, Produkt und die passenden Kund:innen. Besonders den Punkt Kommunikation möchte sie uns ans Herz legen, da dadurch ihre gesamte Familie zu Unterstützer:innen geworden ist und es sich für sie dadurch wie ein kleines Familien-Business anfühlt. Beispielsweise entsteht auch das ein oder andere Profilbild für Social Media von den Fotografie begeisterten Familienmitgliedern.

Wie es scheint, erkennt man Gewinner:innen wirklich am Anfang. Jedoch nicht nur auf der Bewerberseite, sondern auch auf der Arbeitgeberseite. Dass der erste Eindruck entscheidend ist, haben wir schon oft gehört. Dass er aber auch so maßgeblich 

 für eine erfolgreiche Arbeitsbeziehung kann schnell übersehen werden.

Wir bedanken uns bei Christina für ihre Zeit und Insights und wünschen ihr für die Zukunft nur das Beste.

Du möchtest mehr zum Thema Onboarding erfahren?


LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christinahaitzinger/

Fotocredit: Ronny Barthel

Dustin weiß immer ganz genau, wie man aus einer Geschichte eine spannende Story macht, die sowohl in der Presse als auch auf Social gut ankommt.

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